Hüpfburg oder Wackelpudding ?
Erste Erfahrungen mit einer Hüpfburg, geschildert aus der Sicht der 3Jäjrigen Anna:
Wer zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Hüpfburg macht, glaubt sich in einem Wackelpudding. So zumindest Anna, die erst durch ihren Bruder mitbekommt, dass es in so einem „Wackelpudding“ erst richtig lustig wird, wenn man den Bodenkontakt verliert. 
Anna hat zu Ihrem dritten Geburtstag eine Hüpfburg geschenkt bekommen und ihre Eltern, haben sie gleich im Garten für sie aufgeblasen. In leuchtend schönen Farben steht nun das Märchenschloss vor ihr und sie begibt sich in das Innere. “Was ist denn das für ein Wackelpudding”, denkt die kleine Anna überrascht, als sie zum ersten Mal in ihrem Märchenschloss steht. Mit zaghaften Schritten versucht sie sich aufrecht zu halten. Doch je grösser ihr Bemühen, desto schneller kommt es zum Plums. Anna fällt weich auf ihren Hintern. “Das tut gar nicht weh… aber wozu nur soll denn dieser Wackelpudding gut sein ?…”, fragt sich Anna und versucht sich auf allen Vieren wieder aufzurichten. Als sie wieder steht grinst sie freudig zur Mama und ihrem Bruder Michael hinüber: “Was macht denn die Anna da drüben ?”, fragt sich dieser und macht sich im gleichen Augenblick auf den Weg zur neuen Hüpfburg. Durch sein Gewicht, verzieht sich die Oberfläche und Anna kommt kräftig ins Schwanken. “Michael”, ruft sie ihren Bruder und verliert gleich darauf das Gleichgewicht. Michael macht freudig einen Sprung in die Mitte und rutscht zu Anna. Dann geht Michael kräftig in die Knie und streckt sich wieder, dabei gibt das Luftpolster nach und befördert Michael und Anna leicht nach unten und wieder nach oben.
Rhythmisch bewegt Michael seine Knie weiter und bringt das Luftpolster immer stärker in Schwingung, so dass Anna im Rhythmus mitschaukelt und Michael mit grossen Augen anschaut. “Jetzt lieber sitzen bleiben und nicht bewegen”, denkt sie und stützt sich mit beiden Händen auf dem Wackelpudding ab. Michael gibt Gas und federt mit den Fussgelenken ab. Durch die Kraft der Füsse, kann er sich nicht mehr auf dem Polster halten und hebt ab. Die Ferse hebt ab und die Fussspitzen berühren die Oberfläche kaum noch. Langsam spürt er die Schwerkraft, die ihn automatisch nach unten zieht. Er hat den Höhepunkt erreicht hat und landet gleich wieder auf der Hüpffläche. Diese katapultiert ihn noch schneller nach oben und Michael setzt seine Sprunggelenke und Kniee ein, um die Federwirkung des Luftpolsters zu verstärken. Jetzt hebt er 20 Zentimeter ab und seiner kleinen Schwester wird es mulmig. Kann sie sich auf dem Wackelpudding noch halten, oder wird sie beim nächsten Mal auch in die Luft gewirbelt ?
Michael streckt sich bis in die Fussgelenke und glaubt, bis zum Himmel zu fliegen. Doch im gleichen Augenblick geht es wieder abwärts. Er wird schneller und schneller. Mit voller Geschwindigkeit saust er auf die Hüpffläche, die ihn sanft abbremst, nach unten nachgibt. Im tiefsten Punkt ist Michael ganz klein, leicht gebeugt, um sich auf dem Weg nach oben wieder voll zu strecken.
Die Hüpffläche schleudert ihn nach oben und wie ein Skispringer setzt Michael im Augenblick des
Loslösens seine Sprungelenke ein, um die Fahrt nach oben zu beschleunigen. Im gleichen Augenblick hebt auch Anna ein paar Zentimeter ab und verliert den sicher geglaubten Bodenkontakt. Sie beschliesst, sich in Sicherheit zu begeben und robbt zur Ausstiegssrutsche.
Michael lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil, jetzt macht es erst richtig Spass. Die Hüpffläche federt besser als je zuvor und Michael kann sich so richtig austoben. Übermütig zieht er in der Luft die Kniee an die Nase und landet als kleine Bombe mit Hinterteil auf dem Luftpolster. Der Schwung ist so gross, dass Michael beim Nachobenfliegen sich voll strecken kann, auf den Füssen landet und im nächsten Augenblick erneut mit voller Spannkraft wieder abhebt.
Erst als Michael langsam müde wird, schaut er sich nach seiner Schwester um. In sicherem Abstand hat sie Michael beobachtet und möchte nun auch durch die Luft sausen. Als Michael sich von der Hüpfburg entfernt, nutzt sie die Gelegenheit für die nächste Bekanntschaft mit dem lustigen Wackelpudding. Mutig wagt sie sich jetzt auf die Hüpffläche und beginnt mit den Knien zu wippen wie ihr Bruder Michael. Es beginnt zu wackeln und Anna probiert nun eifrig aus, was sie bei Michael gesehen hat. Nach einigen Auf und Ab findet auch Anna immer mehr Freude an dem Wackelpudding und hüpft was das Zeug hält.
Sylvia Vogel-Weber